Die Geschichte Südamerikas

Die Geschichte Sudamerikas

Die Geschichte Sudamerikas – Eine Zeittafel

Bis 1492

Dass Amerika 1492 von Christoph Kolumbus entdeckt wurde, ist real gesehen natürlich Unfug! „Entdeckt“ wurde Amerika natürlich von den ersten Siedlern. Nur – wann und von wo aus? Darüber wird heute noch diskutiert. Im Falle Südamerikas mag das vor ca. 12000 Jahren von Polynesien aus geschehen sein. Oder gemäß den Funden der Archäologin Niède Guidon – in der Serra da Capivara (Nordost-Brasilien) – vor 25000 Jahren oder früher von Westafrika aus.

Auch war der Wikinger Leif Eriksson im Jahre 1000 als vermutlich erster Europäer schon vor Kolumbus dran.

Kolumbus verdankt seinen Entdecker-Ruhm der gleichzeitigen Erfindung des Buchdrucks und der damit möglichen schnellen Vermarktung seiner Geschichten.

Folglich nennt man die Epoche vor seiner „Tat“ als „präkolumbisch“.

Die Kolonisierung begann allerdings weit vor der Ankunft der Europäer. Es waren die Inka, die zwischen dem 13. Und 16. Jahrhundert ein durchorganisiertes Reich aufbauten. Ganz im Stile der Römer kolonisierten die Inka ein Gebiet vom heutigen Ecuador bis nach Nordargentinien/Chile. Die Hauptstadt war Cusco, denn aus Cusco entstammte nach deren Auffassung der Namensgeber, der Sonnengott Inti.

Was bisher geschah – wenigstens was wir davon wissen findet Ihr unter folgendem Link:

 https://dieter-ruppert.com/suedamerika-geschichte-die-praekolumbische-zeit/

1494

Der Papst vermittelt im Streit um die Gebietsansprüche Spaniens und Portugals und regelt dies im Vertrag von Tordesillas; Gebiete 2000 km westlich der Kapverdischen Inseln sollten Spanien zufallen, östlich davon Portugal.

1499

In Venezuela kartographiert der erste Konquistador -Alonso de Ojeda – Teile der südamerikanischen Küste und verkauft gefangene Indios als Sklaven in Spanien.

1500

Der portugiesische Seefahrer Pedro Alvares Cabral „versegelte“ sich auf dem Weg nach Indien und driftete zu weit nach Westen ab und landete bei Porto Seguro im heutigen Brasilien (dieser Landabschnitt gehörte also gerade noch in die 2000 Km Zone gemäß dem Vertrag von Tordesillas). Er traf hierbei auf wenig organisierte indigene Stämme. Cabral setzte er seine Reise nach Indien fort, zurück nach Brasilien kam jedoch sein Kapitän Coelho mit einem weiteren Protagonisten – Amerigo Vespucci .– Der Freiburger Kartograph Waldseemüller benannte schließlich den Kontinent nach ihm – Amerika,

1531

Als der spanische Konquistador Francisco Pizarro im Jahr 1531 seinen Eroberungsfeldzug mit einer ca 200 Mann starken Truppe in Tumbes, heutiges Nord-Perú, startete, traf er auf ein bereits geschwächtes Inka-Reich. Einerseits hat vermutlich eine Pocken-Seuche ein Massensterben ausgelöst. Andrerseits führte ein Erbfolgestreit zwischen den designierten Herrschernachfolgern Huascar und Atahualpa zur Teilung des Reiches. Trickreich nutzte Pizarro die Situation aus; nachdem Atahualpa seinen Bruder Huascar tötete oder töten ließ, nahm ihn Pizarro in Cajamarca gefangen und machte ihm den Prozess mit dem Ergebnis – Todesstrafe – natürlich erst nachdem er ihn veranlasste ein ganzes Zimmer voller Gold zu füllen.

Ein amüsanter Gedanke ist; was wäre, wenn die Geschichte umgekehrt verlaufen wäre – und Atahualpa hätte Europa entdeckt und erobert? Aufgefasst wurde diese historische Fiktion von dem französischen Autor Laurent Binet. Das Buch heißt „Eroberung“ – hochgradig spannend und amüsant!

Mit welcher Brutalität die Eroberung und Besiedlung in ganz Amerika durchgeführt wurde beschreibt z.B. der österreichische Autor Franzobel in „Die Eroberung Amerikas“. In diesem Roman schildert er die Landnahme Floridas und des Mississippi durch den spanischen Eroberer Hernando de Soto, ein früherer Kumpan Pizarros bei der Eroberung von Perú).

Bis 1824

Der Weg in die Unabhängigkeit

In der Folge teilte man den Kontinent in verschiedene spanische Vizekönigreiche (Perú, Neugranada, Rio de la Plata) sowie das portugiesische Vizekönigreich Brasilien. Gold – man hat den Eindruck, dass sich die wirtschaftlichen Bemühungen auf das Auffinden des legendären El Dorado beschränkten, das im Übrigen bis heute nicht gefunden wurde. Tatsächlich spielte der Abbau von Bodenschätzen wie z.B. Zinn, Kupfer, Silber und auch Gold eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Das Pendent dazu war die Landwirtschaft. Beide Wirtschaftszweige wurden durch rücksichtslose Ausbeutung der Arbeitskräfte durchgeführt. Im Falle des Bergbaus waren das die Indios, im Falle der Landwirtschaft, z.B. Zuckerrohr in Brasilien waren dies die aus Afrika herbeigeschafften Sklaven.

Jedenfalls führte die bis Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte wirtschaftliche Konsolidierung zum Begehren nach Unabhängigkeit von der spanischen bzw. portugiesischen Fremdherrschaft.

Auf der Bühne der Geschichte erschienen die Freiheitskämpfer: José de San Martin, Bernardo O’Higgins und allen voran Simon Bolívar – der Libertador. Am 09. Dezember 1824 kam es bei Ayacucho – Perú zur entscheidenden Schlacht mit dieser Niederlage zogen sich die Spanier nun endgültig zurück.

In Brasilien rief 1822 der portugiesische König Pedro I persönlich die Unabhängigkeit aus – Brasilien wird zum Kaiserreich. Eine wesentliche Rolle dabei spielte seine Ehefrau Leopoldina – eine Habsburgerin. Ihrem diplomatischen Geschick ist es zu verdanken, dass es dabei kaum zu blutigen Auseinandersetzungen kam.

Ab 1824

Leider brachte die Unabhängigkeit für die neu entstanden Staaten nicht die erforderliche politische Stabilität, Wenig erfolgreichen Demokratisierungsversuchen, wechselnden Diktaturen, hoher Staatsverschuldung und auch kriegerische Auseinandersetzungen waren die Folge.

1888

Die brasilianische Prinzregentin Isabela verkündet die Abschaffung der Sklaverei in Brasilien.

1889

Pedro II dankt ab, Brasilien wird zur Republik

Ab ca. 1960

Mitte des 20.Jahrhundert betraten die Guerilleros die Schaubühne der Geschichte, Che Guevara, Guerilla und Paramilitär in Kolumbien, der „leuchtende Pfad“ in Perú.

Die Folge waren wiederum Diktaturen mit grausamen Säuberungs-Aktionen. Als stellvertretendend Beispiel sein hier genannt: „die Verschwundenen“ (Argentinien), die Ermordung des Sozialisten Allende und die Machtübernahme Pinochets in Chile.

Obwohl die Entwicklung in Brasilien ruhiger verlief, kam es dort auch 1964 zur Machtübernahme der Militärs. Intellektuelle und Künstler wurden gezwungen ins Exil zu gehen.

1982

Es kam teilweise zu wirren politischen Entscheidungen, beispielsweise der durch die argentinische Junta 1982 ausgelöste Falklandkrieg. Allerdings trug die Niederlage dazu bei, dass die Junta zurücktrat und die verfassungsmäßige Ordnung wieder eingeführt wurde.

Genauso wie 1985 in Brasilien. 1990 trat in Chile der Regierungschef Pinochet zurück. 1998 begannen in Kolumbien Friedensgespräche zwischen der Regierung und den Guerilla-Gruppen (Farc).

Ab 2003

Es gelingt dem dem linksgerichteten Präsidenten Lula da Silva, 20 Millionen Menschen vom Hunger in die Mittelschicht zu transferieren, eine Bildungsoffensive einzuleiten, die Wirtschaft zu konsolidieren und das Land zu entschulden.

2013

Der Linkspolitiker Hugo Chávez nach seinem Tod in Venezuela ein politisches Chaos. Durch die von ihm vorangetriebene Monokultur der Ölförderung entstand nach dem Preisverfall des Öls auf dem Weltmarkt löste eine Verarmung des Mittelstands aus und führte zu einer enormen Flüchtlingskrise weltweit.

Obwohl zum heutigen Tage (mit Ausnahme in Venezuela) einigermaßen stabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse herrschen, sind die durch die Kolonisierung ausgelösten Probleme nicht ausgestanden. Immer wieder kommt es zu (berechtigten) Aufbegehren indigener Gruppen und entsprechender Gegenmaßnahmen siehe Bolsonaro in Brasilien.

Literatur-Tipps:

Geo Epoche: „Maya Inka Azteken, die altamerikanischen Reiche“ und Südamerika – Geschichte eines Kontinents“

Thienemann – Edition Erdmann: „Die reiche Fracht des Pedro Álvares Cabral, seine Indische Fahrt und Entdeckung Brasiliens“

Eduardo Galeano: „Die offenen Adern Lateinamerikas – die Geschichte eines Kontinents“

Robert und Evamaria Grün: „Die Eroberung von Perú – Pizarro und andere Conquistadoren 1526-1712“

Javier Moro: „Herrscher der Tropen“ Roman über den Weg Brasiliens in die Unabhängigkeit

Franzobel: „Die Eroberung Amerikas“ Fiktiver Roman, der vor Allem die Brutalität der Konquistadoren ins Visier nimmt.

Laurent Binet: „Eroberung“ – Roman, eine fiktive Geschichte wenn der letzte Inka-Kaiser Atahualpa Europa entdeckt und erobert hätte……

Natürlich findet man bei nahezu Allen Reisen nach Amerika geschichtliche Themen. Hervorheben möchte ich jedoch die

Ich habe versucht in diesen Beitrag einigermaßen politisch tendenzfrei zu gestalten. Es scheint aber dass dies in letzter Konsequenz nicht möglich ist. Auch ist es mir nur zum Teil gelungen alle wichtigen Eckdaten hier unterzubringen. 

Ruppert

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Ich würde mich freuen wenn Ihr Interesse geweckt habe und freue mich auf Kommentare, Berichtigungen oder Gespräche.

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